Submitted by andrea on Sat, 05/23/2020 - 06:27

Ich wohnte in eine sozialtherapeutischen Einrichtung, die viel zu laut, viel zu voll war. Verzweifelt suchte ich mein Zimmer und fand es nicht mehr. Unterwegs wurde ich bespuckt und mit Bier übergossen. Ich fand einen verlassenen Säugling und suchte eine der wenigen Schwestern. Sie sagte erschöpft: ‘Ah, die kleine Syphilis’, ‘Syphilis?’, wiederholte ich entgeistert. ‘Ja’, sagte die Schwester, ‘um dem Papa nochmal eins reinzuwürgen’. Dann beichtete sie mir, sie würde gerne mehr für die Bewohner tun, hätte auch Ideen, aber hier sei das unmöglich.
Ich setzte die Suche nach meinem Zimmer fort, fand es schließlich, wurde auch dort belästigt und bestand gegenüber dem Pflegepersonal auf einen Auszug.
Schließlich hatte ich wohl eine eigene Wohnung. Jedenalls saß ich gerade beim Abendessen in einem großen, heimeligen Speisesaal, als weitere Bewohner der Einrichtung in die Wohnung eindrangen, sich ungefragt an den Tisch setzten und ihre selbst mitgebrachten Speisen auspackten und mich dazu nötigten, davon zu probieren. Ich hatte keine Chance, keinerlei Autoriät, also gab ich nach. Sogar den Schlageneintopf, den mir der Neffe meines Ex, der mit dem rechtsradikalen Gedankengut, aufzwang, akzeptierte ich. Nur die gelb-schwarz gestreifte, wenig zerkochte und daher eindeutig als Schlange zu identifizieren, wies ich kategorisch zurück.