Submitted by andrea on Fri, 02/08/2019 - 19:14

Ich bin zu einer Selbsthilfegruppe gegangen. Dort gab es ganz bequeme Sessel, ich habe mich entspannt zurück gelehnt. Die Gruppenmitglieder erzählten von ihrer letzten Woche und ihren Wehwehchen und dann war ich dran. Ich sagte: „Ich möchte heute nichts sagen“. „Sag doch bitte was!“, der Unterton sagte mir, dass sie mich als Entertainer schätzen. Ich sagte: „Nein. Ich möchte heute nichts sagen“. „Du musst aber, das geht nicht“. Ich stand auf und verließ den Raum.
Ich hatte zuvor eine Jobzusage erhalten. Ich sollte am alten Sitz meiner alten Firma alleine arbeiten. Ich betrat das Vorzimmer, wo ich gearbeitet hatte, aber es hatte sich stark verändert. Statt eines Schreibtischs gab es nur einen kleinen Ecktisch. Wie sollte ich so arbeiten. Es war schon spät, ich hatte mir das nur mal anschauen wollen, aber da lag schon ein Stapel Eingangspost auf dem Boden. Ich öffnete die Umschläge und sah mir die Post an: Werbung – kann weg. Gewinnspiel – kann weg. Dringend Überweisung – ach du Scheiße! Und nirgendwo ein Computer. Während ich noch die Post bearbeitete, betrat eine aus der Selbsthilfegruppe den Raum und begann: „Weißt du, was mir passiert ist?!“ „Nein“, sagte ich, „und es interessiert mich auch nicht“. Das interessierte sie nun wieder nicht und sie fing an, mir irgendetwas von einer Pfändung zu erzählen. Bis ich laut wurde und sie anschrie: „Deine Pseudoproblemchen interessieren mich einen Scheißdreck!“ Sie redete einfach weiter, bis ich aufgewacht bin.