Submitted by andrea on Fri, 02/08/2019 - 19:17

Ich wohne in meiner Heimatstadt und muss ein paar Kilometer nach außerhalb laufen, um in ein Gewerbegebiet zu kommen. Ich gehe zu Norma, Penny, Netto, Aldi und dergleichen. Die Läden sind voll, ich irre durch die Gänge und brauche eine ganze Weile, bis ich meine sieben Sachen zusammen habe, inklusive ein paar Bier. Ich zahle und versuche, mein Gepäck – eine große Tasche und zwei Beutel – nach draußen zu befördern. Es wird gemeckert, weil ich zu langsam bin. Also schaffe ich eine Tasche nach der anderen einzeln nach draußen. Beim letzten Gang sind die beiden ersten Taschen verschwunden, geklaut. Ich gehe zurück in den Laden, um zu fragen, ob denn niemand was beobachtet hat. Die Kassiererin einer anderen Kasse, nicht der, an der ich gezahlt habe, erzählt mir, dass sie sich an mich noch erinnern kann, vom Sommer, weil ich da an einem trüben Tag zu leicht bekelidet gewesen war und sie sich gedacht hätte, schon wieder so eine Püppi, die nicht weiß, wie man sich angemessen kleidet. Darüber hinaus keine Information. Mit meinem einzig verbliebenen Beutel begebe ich mich auf den Heimweg. Pleite. Und verirre mich prompt in einem Vorort. Da sind ausgeschilderte Wege, die aber nur zur öffentlichen Herren- oder Damentoilette führen oder zu einer ‘Betriebsführung’. Ich wähle die letzte Richtung. Und betrete eine Art Gesellschaftszentrum. Ich sehe mich hilflos um und rufe: Ich finde hier nicht raus! ‘Da lang’ werde ich regelrecht angebrüllt. Ich folge der gezeigten Richtung und stehe vor einem Doppelfenster im Inneren eines Cafés. ‘Das ist schon eine gute Idee’, tönt es von irgendwoher hämisch. Also klettere ich durch das Fenster nach draußen.