Submitted by andrea on Fri, 03/01/2019 - 09:20

Ich gehe von meiner Wohnung aus Richtung Innenstadt. Eine Dreiergrupp hält mich an. Die Frau: “Kennen Sie die Einrichtung da an der Ecke?” “Ja, klar, das ist das psychiatrische Krankenhaus.” “Wissen Sie, was Schizophrenie ist.” “Ja, sicher, ich wurde 13 Jahre lang fälschlicherweise deswegen behandelt, bis sich heraus stellte, dass ich eine komplexe PTBS habe.” “Das kann sich also ändern?” “Bei wirklich Schizophrenen nicht, nein.”

Einer der zwei Männer verschwindet. Es klingelt das Telefon der Frau. “Nein, Nein, es ist nicht deine Geschichte!” Sie reicht mir das Handy. Der Mann, der sich dematerialierst hatte, schreit: “Das ist meine Geschite.” Ich gebe das Handy zurück und sage: “Keine Chance.”

Ich erfahre, dass der Erkrankte eine Berühmtheit ist. Just in dem Moment taucht ein Auto auf, ein Mann lehnt sich aus dem Fenster, spricht die beiden an: “Ein Interview?”
“Verpiss dich”, ruft der Begleiter der Frau.

Ich verabschiede mich und setze meinen Weg fort. Das Auto rollt neben mir heran: “Ein Interview? Wir können gerne gemeinsam was frühstücken gehen?” “Nein!”

Der gesunde Begleiter der Frau holt mich ein, ich folge ihm in einen dunklen Winkel. “Nein”, sage ich, “auch für ein paar Groschen werde ich nicht mit diesen Schmierfinken sprechen.”
Er reicht mir eine Rolle handbeschriebener Blätter, die könnte ich irgendwann sicher gewinnbringend versteigen. Ich bedanke mich und gehe.

Schon höre ich den Erkrankten. Und ich höre, wie er mit tief verzerrter Stimme ein Lied singt, in dem das Wort ‘Mafia’ fällt, wie er den Mann foltert, ich höre dessen Spitze Schreie, bis sie verstummen.

Ich bin nicht sicher, ob ich zuletzt richtig abgebogen war und laufe weiter ins Dunkel.