Submitted by andrea on Fri, 07/05/2019 - 05:20

Jemand führt mich an den äußersten Rand der Stadt. Ein leere verdorrtes Feld, ein paar Meter weiter ragen die Silhouetten einer verlassenen Satellitenstadt in die Höhe, schmutzig-graue Hochhäuser mit gähnenden schwarzen Löchern, wo ma Fenster waren.
Der Engelmacher kommt. Schneidet mich auf, legt mir etwas auf den Herzmuskel. Flickt mich wieder zusammen, in spätestens einer halben Stunde sei ich tot. Ich bin erleichtert und fürchte mich. Ich liege auf einer schmutzigen Steinplatte, Moos quillt aus den Ritzen. Mein Begleiter hält meine Hand.
Ich spüre nichts, kein Anflug von Schmerzen. Die Angst bleibt. Deshalb fühle ich mich hin und her gerissen, als ein stereotyper Fabrikboss auf uns zugeht und sagt, er wolle mich retten, weil er an mir verdiene. Er verdiene an jedem, auch an Konsumenten. Ich bin zu schwach, um mich zu äußern. Mein Begleiter diskutiert, doch der Mann lässt nicht mit sich diskutieren.
Irgendwie komme ich auf die Beine. Jetzt stützen mich beide, bis wir am entlegensten U-Bahnhof anlangen und die Stufen hinunter steigen. Auf dem Weg in ein Krankenhaus.