Drei Jahrzehnte später, die Mahnung, die Drohung. Das spürbare Unwohlsein der Erwachsenen, die Oma und die Tanten, die drängen, weiter zu gehen.

Am Bodensee, Konstanz, der Geburtsort des Vaters. Der Vater ist abwesend bei diesem Spaziergang. Nur die Frauen und die Kinder.

Mein Cousin findet den Haufen zuerst und ruft uns herbei, meine Brüder und mich. Ein Haufen Gedärme, mehrere beutelartige Gewebe, es müssen die Mägen eines Rinds sein. Lange gewundene Därme oder ein Darm, ich weiß es nicht mehr.
Mitten auf einem freien Feld liegen die tierischen, noch frischen Überreste eines geschlachteten Tieres auf der Wiese.
Wie immer, weil eine Notwendigkeit, lachen und prusten wir. Mein Cousin setzt eine Weinbergschnecke, die er im Gras gefunden hat, auf ein aus seiner Höhle entwendetes starr starrendes Auge.
Oma und Tanten lachen verhalten mit, um das Interesse nicht noch zu steigern. Schließlich folgen wir den Frauen und entfernen uns von diesem Schlachtfeld.

 

Dies kein Traum, sondern Realität. Die mir wie immer niemand bestätigen würde. Verdrängt, vergessen. 1989 oder 1990.